50 Jahre REDOG: Event der Regionalgruppe Graubünden

Die Erde bebt. Gebäude stürzen ein. Strassen werden verschüttet. Und niemand weiss, ob alle Anwohner:innen es geschafft haben, rechtzeitig ihre Häuser zu verlassen – dies war das Szenario der öffentlichen Einsatzübung der REDOG Regionalgruppe Graubünden auf dem Zivilschutz-Ausbildungszentrum Meiersboden in Chur.

«Ohne Ortung keine Rettung»
Der Anlass startete mit einem Höhepunkt: Die Hundeführer:innen und ihre Vierbeiner wurden mit einem Hubschrauber der Schweizer Armee eingeflogen. Denn gemäss Übungsszenario waren die Strassen verschüttet. Nach kurzer Lagebeurteilung nahmen die Hund-Mensch-Teams auch schon ihre Arbeit auf. «Bei der Rettung von Verschütteten oder Vermissten zählt jede Minute», so Walter Caprez, Präsident der REDOG Regionalgruppe Graubünden. «Und ohne Ortung keine Rettung.»

Suche von Verschütteten und Vermissten
Für Ersteres kamen die feinen Nasen der REDOG Hunde zum Einsatz. Sie sind zusammen mit ihren Menschen für die Suche von Verschütteten unter Trümmern oder für vermisste Personen im Gelände ausgebildet. Beide Disziplinen wurden an der Einsatzübung demonstriert. Waren die verschütteten Personen gefunden, trat der Zivilschutz Graubünden für deren Bergung in Aktion. Seit dem Felssturz von Bondo 2017 arbeiten beide Organisationen auch im Ernstfall im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Kanton Graubünden eng zusammen.

50 Jahre REDOG – eine Erfolgsgeschichte der Freiwilligenarbeit
Die öffentliche Einsatzübung fand anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von REDOG statt. Was nach dem Zweiten Weltkrieg als kleine Pionierorganisation startete – damals unter dem Namen Schweizerischer Verein für Katastrophenhunde Ausbildung SVKA –, ist zu einer tragenden Such- und Rettungsorganisation geworden und eine Erfolgsgeschichte der Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Alle rund 580 aktiven REDOG Mitglieder trainieren ehrenamtlich und leisten jedes Jahr über 100'000 Freiwilligenstunden.

15 Personen stehen in Bereitschaft
Bei der Regionalgruppe Graubünden stehen neun einsatzfähige Hund-Mensch-Teams sowie sechs Search-and-Rescue-Helfer:innen rund um die Uhr in Bereitschaft. Zudem zählt sie 12 Menschen und Hunde in der Ausbildung zum Verschüttetensuchhunde-Team und 12 Menschen und Hunde in der Ausbildung zum Geländesuchhunde-Team. Der Weg zur Einsatzfähigkeit dauert in der Regel bis zu vier Jahren und verlangt Tier und Mensch unzählige Übungsstunden, Prüfungen und Weiterbildungen ab. «Unsere Motivation für unser Engagement ist, dass wir Menschen in Not helfen können, in dem wir sie mit unseren Hunden finden und orten können», so Walter Caprez, Präsident der REDOG Regionalgruppe Graubünden.

(Fotos: Marco Hartmann)

Bildergalerie «50 Jahre REDOG - Regionalgruppe Graubünden»

Seit 50 Jahren retten Hunde Menschenleben, Video Südostschweiz, 10. Juni 2022

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