Wo Rettungshunde den Ernstfall üben

OSTERMUNDIGEN Bei den Steinbrüchen entsteht ein nationales Trainingszentrum für Rettungshunde. Derzeit werden die Trümmerfelder gebaut, in denen Hunde und Hundeführer die Suche nach Vermissten übenwerden.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie zufällig aufeinandergeschichtetes Abbruchmaterial. Doch dieser Eindruck täusche, erklärt Romaine Kuonen, die Zentralpräsidentin des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde (Redog). All die Betonteile – Deckenelemente, Treppen und so weiter – seien vom Bagger nach genauen Plänen hier abgelegt worden. Hier im Wald bei den Ostermundiger Steinbrüchen ist Redog derzeit am Umbauen. Bis vor kurzem diente das Areal als Trümmerfeld des regionalen Zivilschutzausbildungszentrums. Seit dem 1.Januar werden die Mittelländer Zivilschützer in Köniz ausgebildet (siehe Kasten), so dass das Trümmerfeld nicht mehr benötigt wird. Statt es zurückzubauen, hat der Kanton als Besitzer nun eine andere Möglichkeit gefunden: Redog kann es für 20 Jahre mieten und zu einem nationalen Trainingszentrum für Rettungshunde umbauen.

700Mitglieder

«Für uns ist dieses Areal ein Glücksfall», sagt Romaine Kuonen. Da es ziemlich abgelegen ist, dürften bellende Hunde hier kaum jemanden stören. Zudem muss Redog das Trümmerfeld nicht von Grund auf neu aufbauen. Ein Umbau auf die eigenen Bedürfnisse war trotzdem nötig. Hierbei leisteten die Redog-Mitglieder mehrere Hundert Stunden

Fronarbeit. Das Abbruchmaterial haben mehrere Firmen zur Verfügung gestellt. Aber auch so kostet der Umbau noch rund 80000 Franken. «Das ist viel Geld für uns», sagt Kuonen. Die Sponsorensuche sei noch nicht abgeschlossen.

Redog ist eine Rettungsorganisation des Schweizerischen Roten Kreuzes und widmet sich seit über 40 Jahren der Suche nach Menschen, die unter Trümmern liegen oder sonst vermisst werden. Zum Einsatz kommen die Hundeteams beispielsweise nach Gasexplosionen, Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen in aller Welt. Der Verein zählt 700 Mitglieder. Die Trainings finden in Kieswerken oder bei Abbruchobjekten statt, zudemdarf Redog die militärischen Gelände in Wangen an der Aare sowie in Genf benutzen.

In Ostermundigen kann der Verein nun ein fixes Trainingszentrum aufbauen und dieses realitätsnah einrichten. So werden unter den Betontrümmern Innenräume geschaffen, in denen sich Figuranten verstecken können.Damit diese Innen-Wo Rettungshunde den Ernstfall üben räume sicher sind, wurde beim Bau ein Statiker beigezogen.

Im Frühling fertig

Auf demAreal in Ostermundigen entstehen verschiedene Übungsbereiche für Hunde und Hundeführer:von einfachen für Anfänger bis zu komplexen für Fortgeschrittene. Auch die technische Ortung mit Kameras und Hörgeräten lässt sich hier trainieren. Zudem sollen regelmässig Einsatzübungen mit Rettungskräften (Blaulichtorganisationen, Zivilschutz)
sowie medizinischen Teams stattfinden, wie Romaine Kuonen erklärt. Die Eröffnung
des neuen Trainingsgeländes ist für Frühling oder Frühsommer vorgesehen.